Meine Vegan Story

Warum ernähre ich mich pflanzlich und wie ist es dazu gekommen? Lese in diesem Beitrag meine ganz persönliche Geschichte.


Ich war nicht immer plantbased, auch wurde ich es nicht über Nacht - es war ein langer Prozess, welcher über Jahre hinweg dauerte.


Ich bin in einer wunderbaren und liebevollen Familie aufgewachsen. Meine Eltern arbeiteten beide sehr hart. Es gab zu dieser Zeit wenig Informationen über gesunde Ernährung, damals war es normal ein Knoppers für den Znüni und eine Tüte Chips für den Schulausflug dabeizuhaben. Mein Lieblingssandwich war Weissbrot mit Speck. Es gab zum Glück immer genügend frische Früchte zu Hause. Gemüse war aber total out. Meine ältere Schwester spuckte schon als Baby jegliches Gemüse innert Sekunden wieder raus. Als kleine Nachahmerin folgte ich schon bald ihren Gewohnheiten und verneinte jegliches Grünzeug.. Meine Mutter verzweifelte fast an uns beiden - irgendetwas mussten wir ja essen. Also gab es Reis mit Fischstäbchen, Spaghetti mit Butter, Pommes mit Wienerwürstchen. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft gross zu werden. Ich litt jedoch des öfteren an Eisenmangel. Magenverstimmungen, Verdauungsprobleme und Stimmungsschwankungen waren die Regel. Kein Wunder, oder.

Wenn es um Fleisch ging, bevorzugte ich immer die Varianten, welche ich am wenigsten mit dem Tier in Verbindung bringen konnte. Der Gedanke, dass ein Tier für mich sterben musste, mochte ich schon damals nicht. Dass man sich auch vegetarisch oder vegan ernähren kann, hatte ich noch nie gehört.


Dann kam der Hauswirtschaftsunterricht in der Oberstufe. Plötzlich musste ich Salate zubereiten und Linsengerichte kochen. Nichts davon mochte ich und mit Angst las ich den Menüplan. Wir mussten immer alles probieren und somit stellte ich manchmal fest, dass das eine oder andere Gemüse gar nicht mal so schlecht war. Ich begann mich langsam fürs Kochen zu begeistern und auch zu Hause mitzuwirken. Vegan war immer noch weit weg, aber immerhin verdrückte ich das eine oder andere Gemüse.


Nach der Lehre zog es mich in die grosse Stadt, es war eine unglaublich ausgelassene und sorgenfreie Zeit. Jedes Wochenende waren Partys angesagt, Alkohol und Fast Food fehlten nicht. Meine Gesundheit war wohl das letzte worüber ich mir damals Gedanken machte. Mein Gewicht ging damals auf und ab. Kaffee und Redbull waren ein muss um durch den Tag zu kommen. Dann kam ein grosser Wendepunkt in meinem Leben. Mein Vater erlitt einen Herzstillstand - einfach so, fast ohne jegliche Vorzeichen. Er war erst 56 Jahre alt. Eine sehr schwierige Zeit für die ganze Familie. Natürlich haben wir alle die Gründe hinterfragt und werden es nie mit Sicherheit wissen. Nach meinem heutigen Wissensstand über Ernährung und Gesundheit, kann ich wohl noch einige Rückschlüsse mehr ziehen. Nach einer langen Zeit der Trauer, rappelte ich mich auf und fing an, mein Leben bewusster zu gestalten. Sport wurde nun zu einem wichtigen Teil meines Alltags. Ich begann mich auch etwas mehr für gesunde Ernährung zu interessieren.


Langsam machte der 8-to-5-Job keinen Sinn mehr für mich. Ich krempelte mein Leben um, zog in eine billige Wohnung und kratzte soviel Geld zusammen wie möglich. Dann kaufte ich ein One-Way-Ticket nach Südamerika. Alleine mit dem Rucksack zog ich los in die grosse weite Welt. Ich kletterte auf Berge und Vulkane, schwamm im Pazifik, ass exotische Gerichte und traf ständig auf die nettesten Menschen. Einer dieser Menschen war dann Franck, mein jetziger Ehemann. So kam es, dass ich dann weitere Jahre in Peru verbrachte. Sogar unsere Tochter kam dort auf 3'000 m.ü.m. zur Welt.


So, und wie wurde ich nun endlich plantbased.

In Südamerika kam meine Abneigung zum Fleischkonsum immer wieder auf. Vor allem wenn ich durch die Märkte spazierte. Überall hängende Hühner, ganze Lammköpfe und aufgeschlitzte Meerschweinchen. Der Ekel wurde immer stärker. Daneben war die Auswahl an exotischer Früchte und Gemüse eine Wohltat. Jeden Tag entdeckte ich etwas Neues, es war wie im Schlaraffenland. Dann kam schliesslich alles zusammen. Wie schon in meiner Kindheit, hatte ich immer noch öfters Magenbeschwerden. Dies wurde nun immer heftiger und öfter. Ich begann zu notieren, nach welchen Mahlzeiten es schlimmer war. Es betraf immer Fleisch- und Milchprodukte. Also begann ich zu recherchieren. Dabei stoss auf die Whole Food Plant-Based Diet. Das war es, ich musste es probieren. Ab diesem Moment, ass ich nur noch pflanzenbasierte Kost. Es ging mir mit jedem Bissen besser. Nicht nur körperlich, auch seelisch. Ich informierte mich immer mehr über die ethischen Aspekte, die Massentierhaltung und Nachhaltigkeit. Danach gab es keinen Weg mehr zurück. Heute bin ich stolz, dass ich mich seit 2 Jahren pflanzlich ernähre und ich kann mir nicht vorstellen, je wieder anders zu essen. Meine mittlerweile 4-Jährige Tochter hat die Umstellung problemlos mit mir mitgemacht, sie mochte Fleisch sowieso nie wirklich. Mein Ehemann nennt sich mittlerweile Flexi-Vegan. Das heisst wir ernähren uns zu Hause alle pflanzlich aber er macht auswärts und wenn er zu Hause bei seiner Familie in Peru ist, einige Ausnahmen. Mehr Details dazu werde ich sicher in einem weiteren Post erzählen. Das sprengt hier langsam den Rahmen...


Jeder von uns hat eine einzigartige Geschichte zu erzählen, bringt sie raus in die Welt. ihr wisst nie, wen ihr damit inspirieren oder motivieren könnt. Ernährt ihr euch schon vermehrt pflanzlich? Wie ist eure Story? Ich würde mich freuen, darüber in den Kommentaren zu lesen.


Alles liebe und bis bald, Cecilia

Cecilia Roth, Plantbased Nutrition Coach

Online oder Kilchberg & Zürich Umgebung

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